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Neujahrsempfang 2017

Rede der Bürgermeisterin Doris Berlin

Rede zum Neujahrsempfang 2017

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

„Wenn ich wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen“, mit diesen Worten, die Martin Luther zwar nur in den Mund gelegt wurden, die jedoch besonders schön, weil zutiefst optimistisch sind, begrüße ich Sie alle ganz herzlich zum Neujahrsempfang 2017 in unserer  Stadt Coswig (Anhalt).

Bereits seit 2004 laden wir Sie gemeinsam mit der Volksbank Dessau-Anhalt e.G. zu diesem schönen Neujahresbeginn ein. Das bedeutet, die Kosten werden geteilt und ich bedanke mich bereits jetzt beim Vorstand der Volksbank für die großartige Unterstützung.

Herr Butzke, seien sie herzlich willkommen und richten Sie bitte Herrn Bähr unseren Dank aus. Auch Herr Butzke wird anschließend einige Worte an Sie richten. 

Für beide Partner darf ich bereits jetzt sagen, wir freuen uns sehr, dass sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind.

Ganz besonders ehrt uns, dass der Ministerpräsident unseres Landes, Dr. Reiner Haseloff, nach seinem Besuch bei der „Grünen Woche“ in Berlin noch zu uns kommen wird – oder – bereits zu uns gekommen ist, wir freuen uns auf sein Grußwort. Bei ihm bedanke ich mich ganz herzlich, dass es auch im letzten Jahr gelungen ist, auf kurzem Weg ins Gespräch zu kommen, Probleme gemeinsam zu lösen und neben dem stets offenen Ohr auch eine angenehme Zusammenarbeit  zu finden. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.   

Weiterhin begrüße ich ganz herzlich die Mitglieder des Landtages Herrn Siegfried Borgwardt und Herrn Holger Hövelmann sowie die Mitglieder des Kreistages des Landkreises Wittenberg die Herren Christian Tylsch, Sepp Müller, Manfred Ertelt, Kurt Schröter und Hans-Peter Klausnitzer.

Ein herzliches Willkommen auch dem stellv. Landrat  unseres Landkreises, Herrn Dr. Jörg Hartmann (und Gattin). Ich verbinde mit diesem Gruß ebenfalls ein Dankeschön für die stets konstruktive und sehr unproblematische Zusammenarbeit, auch Unterstützung bei so manch bürokratischen Hürden.   

„Damit das mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“ damit begrüße ich unseren Stadtratsvorsitzenden Henry Stricker sowie die Damen und Herren unseres Stadtrates ganz herzlich. Ich glaube Hesses Worte waren auch im zurückliegenden Jahr das Motto unserer Arbeit. Immerhin haben wir mit nicht weniger als 93 Beschlüssen für die Entwicklung unserer Stadt unser Bestes getan.

Seien Sie ebenfalls ganz herzlich begrüßt, liebe Mitglieder der kommunalen Familie: Herr Oberbürgermeister Torsten Zugehör aus unserer Lutherstadt Wittenberg  sowie Bürgermeister Uwe Zimmermann aus Oranienbaum-Wörlitz und alle Ortsbürgermeister aus unseren 16 Ortschaften. (sowie Oberbürgermeister a. D. Klemens Koschig)

Und auch Ihnen ein herzliches Willkommen liebe Vertreter der Wirtschaft, der Banken, der Behörden und Verwaltungen, Direktoren der Schulen, Leiter der Kindereinrichtungen, Wehrleiter und Kameraden der FFW sowie Vertreter der Polizei und der Presse, Partner aus den Ingenieur- und Planungsbüros, sowie – und - mit einem ganz besonderen Dank für Engagement und tatkräftige Unterstützung – willkommen den Pfarrern und Vertretern unserer Kirchen und den Vertretern der Vereine und Verbände die haupt- und vor allem ehrenamtlich in der Stadt und den Ortschaften tätig sind.  

Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei unserer Begrüßung reichten wir Ihnen als Gastgeschenk eine Freikarte für unsere Gierfähre. Sie wissen, in Coswig gibt es bei den Neujahrsgaben immer einen Bezug – natürlich auch heute.

Dazu eine kleine Geschichte.

Unsere jungen Mitarbeiter nahmen 2015 an einem Lehrgang „Stadt verwalten – Stadt gestalten“  teil, der auch eine Übung  außerhalb des Schulungsraumes beinhaltete.

Die jungen Leute selbst wählten sich als Thema: „Kleine Führung durch ihre  Heimatstadt.“

Die Dozentin filmte diese Übung, das Ergebnis war hinreißend.

Daraus entstand, gemeinsam mit unserer Personalleiterin Frau Dänzer die Idee, die Talente unserer eigenen jungen Fachkräfte zu nutzen. Unter Leitung der Berliner Rhetorikdozentin Frau Pia Gursch, gemeinsam mit dem Regionalfernsehen Wittenberg entstand dann im vergangenen Jahr ein kleiner Film (7 Minuten) – als Imagefilm.

Die Handlung des Films beginnt an unserer Gierfähre. Die Freikarte für die Fähre ist also gleichzeitig eine Einladung an Sie alle, den Weg, den unsere Darsteller genommen haben, selbst einmal zu erkunden und darüber hinaus auch unsere Ortschaften zu besuchen.

Der Film ist ein Beginn und lässt jederzeit Erweiterungen auf die Sehenswürdigkeiten in unseren weiteren Ortschaften zu.

Ich begrüße auch heute Abend ganz herzlich die Hauptdarsteller, also unsere Mitarbeiter: Frau Katharina Mohs, Frau Anja Puhlmann, Frau Franziska Bunde und Frau Yvonne Rasenberger sowie die Herren Michael Stephan und Gorden Kutzke sowie als Komparsen den Fischer (mal sehen ob Sie ihn erkennen). Ebenso herzlich begrüße ich vom RBW Regionalfernsehen Wittenberg den Geschäftsführer Herrn Dr. Lutz Hawel und Frau Kornelia Sohmen. Ihnen allen sage ich von ganzem Herzen Dankeschön.

Doch sehen sie jetzt selbst, was entstanden ist.  (Vorführung des Imagefilmes)

Meine sehr geehrten Damen und Herrn, hat Ihnen der Film gefallen?   Zukünftig wird er im Flur zu unserem Bürgerbüro und sicherlich zu den verschiedensten Gelegenheiten zu sehen sein. Beeindruckt Sie nicht auch, wie emotional und kreativ unsere jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stadt, einschließlich der Ortschaften, mit den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten präsentieren? Es gab keine dienstliche Anordnung. Wir haben ihnen das Projekt vorgestellt und  sie begeisterten sich dafür. Sie brachten neben Freizeit auch viele Ideen selbst ein. Danke nochmals für das Engagement. Ich glaube, der Film entstand genau zur richtigen Zeit.

Meine Damen und Herren, so lange ich denken kann, führt die Bundesstraße durch unsere Stadt, zerreißt den Innenstadtkern, verärgert unsere Bürger und ist aber leider für viele Menschen, vor allem Autofahrer, einfach nur - die Durchfahrt nach Wittenberg oder in andere Richtungen.

Wir werden das in diesem Jahr, dem Lutherjahr, ganz besonders spüren. Da muss man dem Negativen doch auch etwas Positives abgewinnen. Wir wollten uns nicht einfach damit zufrieden geben, gerade in diesem Jahr, da alles zu Luther strömt, wieder nur durchquert, ohne wahrgenommen, zu werden. Wenn sie während des Film`s aufgepasst und mitgerechnet haben, wissen sie, dass die 5 Jahre seit 2012 mit dem 825-jährigen Jubiläum schon wieder voll sind und es unsere Stadt nun 830 Jahre gibt. Zum einen kann man nicht alle 5 Jahre ein großes Fest feiern, das lassen auch unsere Finanzen nicht zu, zum anderen muss man  natürlich dessen bewusst sein, wenn in Wittenberg 500 Jahre Reformation gefeiert werden, gibt es für uns doch Null Chancen. Und, meine Damen und Herren, das wollen wir auch gar nicht.

Allerdings ist uns das Selbstbewusstsein nicht ganz abhandengekommen, das beweist  der Film, mit dem wir Besucher animieren wollen, uns nicht nur zu durchfahren, sondern in Coswig auch anzuhalten. Unterstützt wird dieses Ansinnen durch eine weitere gemeinsame Aktion mit dem Förderverein Kunst und Kultur. Bei dem Trubel in Wittenberg könnte es doch diesen und jenen geben, der Lust darauf verspürt, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und ein Stück selbstgebackenen Kuchen zu essen. Sich dabei auch noch zu informieren macht die Sache rund und ist genau das, was wir unseren Gästen bieten wollen. 

Information und Spaziergang – als Animation in Coswig anzuhalten – war die Idee für das gemeinsame Projekt „95 Themen auf dem Weg zu Luther“, ich begrüße die Vereinsmitglieder des Fördervereins mit Jeanette Engel an der Spitze ganz herzlich. Es war eine schwierige Aufgabe, die wir uns gestellt hatten. 95 Themen galt es zu finden (letztendlich hätten wir noch mehr gefunden), sie sollten mit Text und Bild auf Präsentationstafeln gebracht werden, denn sie sind gleichzeitig 95 Gründe, die auf uns neugierig machen, 95 Gründe in unserer Stadt anzuhalten. Damit Sie einen Eindruck bekommen, haben wir Tafeln heute hier im Saal bereits präsentiert. Bis zum Frühlingsbeginn sollen alle in der Stadt aufgestellt sein. Ein großes Dankeschön geht an alle, die unsere Aktivitäten mental und finanziell unterstützen, ganz besonderen Dank der Sparkassenstiftung Wittenberg sowie weiteren einzelnen Firmen als Spender. Wir freuen uns auch weiterhin über jede Hilfe.

Äußerst erfolgreich war die Idee zum Aufruf der Spende für die Apfelbäumchen, die vorerst im Stadtgebiet – später auch in den Ortschaften – gepflanzt werden. Bis zum 31. Januar hat noch jeder die Möglichkeit seinen Apfelbaum, also versehen mit seinem Namensschildchen, zu erwerben. Auch unserer Porzellanmalerin, Frau Ploß, die Schmetterlinge als Namensschildchen fertigt und stiftet, herzlichen Dank.

Ich nannte das ruhige Genießen von Kaffee und Kuchen - dem widmen sich, jedenfalls an den Wochenenden, unser Simonetti-Haus-Verein in seinem Anwesen,  mit dem durch viel Fleiß denkmalsanierten Haus - und unsere ev. Kirchgemeinde im Kirchgarten oder unserer geschichtsträchtigen Sankt Nicolai Kirche. Die Vertreter grüße ich ebenfalls ganz herzlich und wünsche uns gutes Gelingen.    

Also, lieber Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Du siehst wir tun alles, dich und die Organisatoren der Reformationsfeierlichkeiten nach besten Kräften zu unterstützen. Dies sowohl im Rahmen der Sicherheitsfragen mit unseren engagierten Freiwilligen Feuerwehren und deren Technik direkt bei euch vor Ort, aber auch mit dem Angebot, dass von den zig Hunderttausenden einige, die Ruhe und Besinnlichkeit mögen, zu uns zu kommen.  

Wenn wir alle ehrlich sind, haben wir dem Reformationsjahr eine Menge an Positivem abgewonnen. Reform – also Erneuerung, da ist enorm viel in unserer Nachbarstadt entstanden, wovon unsere gesamte Region profitiert und was man einfach neidlos anzuerkennen hat. Lieber Torsten, Gratulation dazu.  

Und, ein wenig davon ist auch bei uns, in der Innenstadt  hängen geblieben, worüber man sich ebenfalls freuen darf. Dass wir hier die Gunst der Stunde genutzt haben, um die Fördermittel für die Bau- und Gestaltungsmaßnahmen in der Innenstadt zu erkämpfen, ist legitim und richtig.

Diese Förderung  ist sicher auch – aber nicht nur den Lutherfestivitäten geschuldet.  Die Tatsache, dass es nun ein innovatives  Stadtentwicklungskonzept gibt, das vom Stadtrat beschlossen wurde, spielte eine große Rolle, denn ohne Konzept gibt es keine Förderung mehr. Das Konzept ist gleichzeitig Wegweiser für die weiteren, noch erforderlichen Innenstadtmaßnahmen. Was entstanden ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, kann sich weiß Gott, sehen lassen. Das hat nichts mit „Prunk“ zu tun – das ist ganz einfach zeitgemäße, attraktive Gestaltung, die auch in Kleinstädten üblich ist. Sie ist gleichzeitig zukunftsorientiert, wenn aus der Bundesstraße eine kommunale Straße wird. Darüber hinaus sind wir es unseren Bürgern schuldig, allein dafür, dass sie ertragen, was an Lärm, Staub und sonstigem durch den Verkehr erzeugten Chaos geschluckt werden musste und muss, jetzt, durch die einspurige Verkehrsführung vielleicht ganz minimal etwas ruhiger.  Schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts sprach man von einer Umfahrung (das lasse ich jetzt mal weg). Allerdings man höre und staune, bereits am 15. Juli 1992 wurde die Umfahrungs-straße 187n Coswig (Anhalt) in den Bundesverkehrswegeplan als „vordringliche Maßnahme“ aufgenommen.

Wir befinden uns also im 25. Jahr seit Beginn der Planung – ja, sie hören richtig, das Projekt geistert 25 Jahre durch Amtsstuben und Ministerien, über Planungstische, durch – ich weiß nicht, wie viele Beratungen – und dem damaligen, nachfolgende mindestens zwei Bundesverkehrswegepläne. Nach so langer Zeit ist eigentlich „Schluss mit Lustig“. Aber die Stadt selbst hat hier kaum Stellschrauben, außer ihren Unmut zu äußern. Wieder mache ich darauf aufmerksam, nachdem nun endlich der Bund der veränderten Planung des Landesstraßenbauamtes zugestimmt hat, das Planfeststellungsverfahren schnellstens in die Gänge zu bringen und nicht wieder, aus welchen Gründen auch immer, auf den Schreibtischen der Amtsstuben schmoren zu lassen. 

In diesem Jahr wird durch hinzukommende Firmen in Wittenberg das Verkehrsaufkommen auf der B 187 weiter ansteigen. Es ist also nicht nur das Lutherfest, es ist der ganz normale, stetig wachsende Verkehrswahnsinn, dem man hier Rechnung tragen muss.  Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Haseloff , dazu meine ganz persönliche Bitte an Sie, nehmen Sie sich bitte des jetzt erforderlichen Verwaltungsschrittes , dem  Planfeststellungsverfahren, als Chefsache an. Ihre tägliche Erinnerung wird sein, dass Sie unsere Stadt, um nach Magdeburg zu kommen, täglich durchfahren.  

Meine sehr geehrten Damen und Herren, werte Gäste, da wir gerade beim Verkehr – dem LKW-Verkehr – sind: ich bin sehr froh, dass nun mit den Abriss- und Rodungsarbeiten für den neuen Autohof, unmittelbar an der A 9 und B 187, für das Projekt Autohof, begonnen wird. Ich begrüße die Partner der Straßenverkehrsgenossenschaft Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt eG ganz herzlich und wünsche uns auch weiterhin eine gute und konstruktive  Zusammenarbeit.

Wir hoffen, dass wir mit Entstehung des Autohofes, außer dem enorm wichtigen Zugewinn zur Versorgung des Verkehrsgewerbes mit guten Bedingungen für Pausen und Übernachtungen,  den Tankmöglichkeiten und ab 2018 dem McDonald-Restaurant, das Parkproblem der LKW in unseren Gewerbegebieten Klieken und Coswig, und die damit verbunden hochgradige Verschmutzungen, endlich in den Griff bekommen. 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sind mitten drin, in der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes mit der Fertigstellung der Bau-  und Gestaltungsmaßnahmen in der Schloßstraße sowie dem Parkplatz hinter dem Amtshaus. In diesem Jahr wird mit dem Servicegebäude die Gestaltung des Parkplatzgeländes vollendet und insgesamt ist damit ein schönes Ensemble in der Innenstadt geschaffen.

Auch die Belebung der Innenstadt liegt uns natürlich sehr am Herzen. Wir freuen uns, dass die „Goldene Weintraube“ wieder geöffnet hat und auf das Eiskaffee in der Schloßstraße, das ab dem Frühjahr die neu geschaffene Freifläche in Anspruch nehmen wird. Das beschlossene Stadtentwicklungskonzept sagt uns auch weiterhin, welche Schritte gegangen werden können, sowohl im Straßenbau, als auch mit der Gebäudesanierungen und Gestaltungsarbeiten. Dafür wurden über die Förderprogramme Städtebaulicher Denkmalschutz und Stadtumbau Ost auch in diesem Jahr Mittel von rund 1,3 Mio. Euro akquiriert. Mit der Erarbeitung eines gemeindlichen Entwicklungskonzeptes haben wir uns im zurückliegenden Jahr beschäftigt. Verschiedene Workshops in den Ortschaften Buko, Buro, Cobbelsdorf, Jeber-Bergfrieden, Serno und zuletzt vor einigen Tagen nochmals abschließend in Coswig haben unseren Bürgern vielfältige Möglichkeiten gegeben, an der zukünftigen Gestaltung des Lebens in unseren Ortschaften mitzuwirken und ihre Ideen einzubringen. In den nächsten Monaten wird das dann vorliegende Konzept im Stadtrat nochmals vorgestellt und beschlossen.

Das integrierte gemeindliche Entwicklungskonzept ist das zentrale Planungsinstrument für die Einheitsgemeinde insgesamt und gilt gleichzeitig als Grundlage für verschiedene Fördermöglichkeiten im ländlichen Raum. Mit großer Spannung erwarten wir alle, vor allem aber die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Coswig die Entscheidung zum eingereichten Förderantrag für den Bau des Feuerwehrgerätehauses in der Geschw.-Scholl-Straße. Im Haushaltsplan ist dieses Haus in den nächsten 3 Jahren festgeschrieben und stellt, gemeinsam mit dem Bau einer neuen Rettungswache ein wichtiges Planungselement für die Stadt dar. Unser Stadtwehrleiter Ingo Künne – ich begrüße dich herzlich – wird mir recht geben, dass unsere Kameradinnen und Kameraden darauf sehnsüchtig warten. 

Im zurückliegenden Jahr hat die Verwaltung auch eine Reihe von Planungen für Fördermaßnahmen über Bundesprogramm, als auch die Landesprogramme STARK III und STARK V auf den Weg gebracht. Das heißt, in den nächsten 3 Jahren wollen wir 4 Kindertagesstätten („Sonnenschein“ Coswig, „Rosselspatzen“ Thießen, „Kunterbunt“ Jeber-Bergfrieden und „Gänseblümchen“ Cobbelsdorf) sowie die Grundschule in Jeber-Bergfrieden in einem Wertumfang von rund 4 Mio. € sanieren, dazu ist eine  Förderung von über 3 Mio. € beantragt. Für Coswig und Thießen auch bereits bewilligt. Es ist wichtig, für unsere Kinder die besten Bedingungen in unseren Einrichtungen zu schaffen. Dass dafür Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, ist gut und richtig.

Winston Churchill sagte einmal: „Eine Gemeinde kann ihr Geld nicht besser anlegen, als es für Kinder einzusetzen“.

Angesichts dieser Wahrheit fehlt mir allerdings das Verständnis, bei Kinder- und Jugendfreizeit von so genannten „freiwilligen Aufgaben“ zu sprechen, wofür die Kommune nur dann finanzielle Mittel beisteuern darf, wenn der Haushalt kein Loch hat. Die kommunalen Haushalte haben aber fast alle Löcher, also muss hier doch endlich ein Umdenken ansetzen. Umdenken – war auch im zurückliegenden Jahr nötig, weil sich das Bild unserer Stadt durch unsere ausländischen, asylsuchenden Bürger verändert hatte.

Entgegen vieler Medienmeldungen anderer Orts, vollzog sich dies in Coswig ruhig und besonnen, wofür ich sehr dankbar bin. Wir sind keine Insel und ich behaupte nicht, dass es hier und da auch zu verschiedenen Problemen kam. Die genutzten privaten Internet-Medien halten sich da ja nicht zurück, sondern heizen, weil anonym und nicht immer sehr geistvoll, noch so richtig an. 

Meine Damen und Herren, es war nie klug, sich in die Haare zu geraten, weil sich Kinder untereinander stritten, weil Kinder sich anschließend problemlos wieder einig sind. Anders ist das dann bei den Erwachsenen, weil hier oft Emotionen eine Rolle spielen, auf der einen Seite ebenso, wie auf der anderen. An Regeln und Gesetze hat sich jeder zu halten, keine Frage – aber bei allem für und wider ist die Angemessenheit beiderseits zu betrachten.

Ja, Integration ist eben kein Kinderspiel, darf aber auch nicht zum Kindergarten ausarten. Ich bin froh, dass wir dabei über viele haupt- und ehrenamtlichen Helfer, die sich der Sache verpflichtet fühlen, verfügen. Sie haben wesentlichen Anteil an dem bisher so achtsamen Zusammenleben. Da waren die Freiwilligen, die unsere Sprache vermittelten, da waren die Veranstaltungen „Coswig denkt bunt“ die gemeinsam mit dem DRK, ich grüße Frau Hausmann besonders herzlich, und der Mitwirkung vieler anderer Mitstreiter durchgeführt wurden.  Sie haben die Menschen einander näher gebracht und gegenseitiges Verständnis  erzeugt. Da sind auch die persönlichen familiären Beziehungen, die aufgebaut wurden und unterhalten werden.

Nicht zuletzt hat unsere Kirche ihre Pforten geöffnet und Einlass gewährt, wenn das gewünscht war und ist. Mein Gruß und Dank gilt allen, die dieses gute und zumeist unkomplizierte Zusammenleben organisierten, unterstützten und auch weiterhin daran arbeiten.   

Werte Anwesende, die Gäste unter ihnen, die Bürger unserer Stadt und ihrer Ortschaften sind, haben am letzten Wochenende in ihrem Amtsblatt auch einen Jahresrückblick 2016 erhalten und konnten sich einmal mehr überzeugen, wie viele Veranstaltungen und Höhepunkte das Jahr 2016 bereit hielt. Nicht alles kann hier benannt werden, deshalb stellvertretend: mein ganz besonderer Gruß gilt den Handballfrauen und -männern. Die Männer wurden in der Sportlergala des Landkreises als „Mannschaft des Jahres“ gekürt und die 1. Frauenmannschaft  hat sich 2016 die Vizemeisterschaft in der Anhaltliga gesichert. Tolle Leistung, dazu Glückwunsch.

Die Rückschau im Jahresrückblick hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wie es auch eine Rede zum Neujahrsempfang nicht haben kann. Das vor uns liegende Jahr wird, neben den zahlreichen Veranstaltungen in unserer Nachbarstadt, wiederum auch bei uns viele High Light`s  bereithalten. Immerhin, ich sagte es schon,  es ist auch unser 830stes Jahr und da freue ich mich schon ganz besonders auf das Fährkonzert an der Elbe im Juni. 

Sportlich blicke ich den Deutschen Meisterschaften im Bogenschießen in Klieken mit Neugier entgegen – ich grüße die Vertreter von Blau-weiß Klieken mit Christian Dorn und Joshi Okabe ganz herzlich und wünsche beste Erfolge für dieses große Sportereignis.  

Meine sehr geehrten Damen und Herren, Martin Luther hat viele Sprüche über den rechtzeitigen Abschluss von Reden verfasst. Ich gehe davon aus, Sie kennen sie alle, deshalb komme ich ohne einen solchen zum Schluss.

Es ist mir abschließend ein großes Bedürfnis, mich bei meiner Verwaltung insgesamt, ebenso wie bei den Beschäftigten unseres stadteigenen Betriebes, den Stadtwerken mit Herrn Mohs, den Beschäftigten des Abwasserverbandes mit Herrn Pfeifer und den Mitarbeitern der Wohnungsbaugesellschaft mit Herrn Florian ganz herzlich für die stets angenehme und gute Zusammenarbeit zu bedanken.

Zu den städtischen Mitarbeitern – liebe Bürger der Stadt, auch wenn es oft nicht so akzeptiert wird – die Wahrheit ist, sie haben es hier mit kompetenten, freundlichen Mitarbeitern zu tun, die ihr Bestes für unsere Stadt und ihre Entwicklung, sowie die Bürger der Stadt leisten. 

Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern der Verwaltung, aber auch bei allen Mitarbeitern in den Kindereinrichtungen und Schulen für ihre gute, oft nicht einfache Arbeit.

Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Team der Fachbereichsleiter, die mich stets mit Kompetenz und Sachlichkeit, bei allen anstehenden Aufgaben unterstützen. Ich wünsche mir diese Zusammenarbeit auch weiterhin.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir uns in der vergangenen Woche von unserem Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, Herrn Thomas Schneider, verabschiedet. Das lachende Auge – die Gratulation zur Wahl als Bürgermeister der Stadt „Südliches Anhalt“ – das weinende Auge – wir verlieren einen sehr fachlich kompetenten, stets sachlichen und besonnen Leitungsmitarbeiter. Thomas, was ich besonders achte war und ist deine Loyalität. Nochmals Danke für 15 Jahre richtig gute, auch freundschaftliche  Zusammenarbeit. Wir wünschen dir für dein zukünftiges Amt alles Gute, starke Nerven, ganz viel Kraft und Mut.

Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diesen Abend vorbereitet und gestaltet haben und der sicherlich wiederum hervor-ragenden Kochkunst des Ragösener Rosenhofes – Danke Hans-Peter Klausnitzer mit seinem Team.  

Meine sehr geehrten Damen und Herren, 2017 ist auch ein Wahljahr und ich wünsche uns allen Besonnenheit und Vertrauen gegenüber unseren etablierten Parteien. Klug schwatzen hilft nicht, Stärke und Leistung, daran sollte man messen. 

Hören Sie, auch ein wenig dazu, wiederum ein Gedicht einer Schülerin des Lucas-Cranach-Gymnasiums. („Wenn Gedanken Flügel bekommen“) Gina Menne schrieb es, als sie Schülerin der 10. Klasse war:   

Nur, weil ein Baum aus Holz ist, ist er nicht gleich standhaft.

Nur, weil etwas leicht ist, heißt es nicht, dass man es auch versteht.

Nur, weil man nicht aus Zucker ist, heißt das nicht, dass man gern im Regen steht.

Nur, weil man lacht, heißt das nicht, dass man sich freut und nur, weil man sich küsst, heißt das nicht, dass man sich liebt und nur, weil man schwach ist, heißt das nicht, dass man nicht auch stark sein kann.

Denn nicht alles ist, wie es scheint.

Nicht, weil etwas teuer ist, ist es auch wertvoll.

Nicht jeder, der weint, ist auch traurig.

Nicht der, der man vorgibt zu sein, ist man immer.

Nicht in allem kann man der Beste sein, egal, wie sehr man es sich wünscht, man kann nicht immer gewinnen.

Nicht jeder, der anders aussieht, muss auch anders sein und alle, die

denken, sie seien wie jeder andere, sind das auch.

ABER: WIR SIND ALLE GLEICH.

 

Für 2017 wünsche ich Ihnen allen alles Gute, viele Erfolge, ein friedvolles Jahr und Gottes Segen!

Danke für ihre Aufmerksamkeit. 

 

© Doris Berlin, Bürgermeisterin

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