Kontaktinformationen

Stadt Coswig (Anhalt)
  • Am Markt 1
  • 06869 Coswig (Anhalt)

Telefon

  • Tel. 034903 610-0
  • Fax 034903 610-158

E-Mail

Öffnungszeiten                                     


 


 

Das Wetter

Sie befinden sich hier: Startseite » Archiv
Allgemeines | Allg. Artikelkategorie (Standard)

Zum Gesundheitswesen in der Stadt Coswig (Anhalt)

Die Entwicklung des Gesundheitswesen in der Stadt Coswig (Anhalt)   Krankheiten und Verletzungen gehören zur Menschheit seit ihrem Be­stehen. Immer gab es Personen, die sich damit mehr beschäftigten als die Allgemeinheit. Sie versuchten zu helfen, lernten die Heilkräfte der Natur kennen, forschten nach neuen Wegen und schufen damit einen Berufsstand, der besonderes Ansehen genoss. Es war ein weiter Weg bis zum heutigen Stand der Medizin mit Fachärzten, Kliniken, Vorsorge-Untersuchungen und technischen Möglichkeiten und Apparaten. Im Mit­telalter fanden Schmerzgeplagte in Coswig Hilfe bei Badern. Diese Bader oder Barbiere gaben auch der Baderstraße ihren Namen. Erster namentlich erwähnter Arzt ist 1676 Dr. Johann Bronnemann. Ab 1682 wirkte Hieronymus Augustus Schubart, Berufsbezeichnung vornehmer Chirurgus und Barbier. Er wurde auch Ratsherr und der Schwiegersohn des Diakonus. Er starb 1712. Ein Hospital oder später Spittel genannt, gab es in der Nähe der St. Nicolai-Kirche. Die Betreuung und Versorgung Kranker war eine Aufgabe der Nonnen des danebengelegenen Klosters. Nach der Zerstörung des Domes (Marienkirche) im Schmalkaldischen Krieg 1547, Kloster- und Kollegiatsstht waren seit 1527 aufgelöst, ent­stand ein Hospital neben diesem Gelände am heutigen Schillerpark. Der „Spittelmann" wurde von der Kirche entlohnt und auch die Instandhal­tung des Gebäudes war Aufgabe der Kirche. Dieses Hospital muss lange bestanden haben, denn es ist kein anderes benannt, bis 1872 die Krankenzimmer im Armenhaus in der Baderstrasse eingerichtet wur­den. Es gab bereits eine Spezialisierung bei der Ausbildung der Ärzte. Häufig ist der Titel „Wundarzt". Die praktische Erfahrung stammte viel­fach aus kriegerischen Auseinandersetzungen. Innere Krankheiten und Infektionskrankheiten waren noch wenig erforscht und konnten selten geheilt werden. Die hauptsächliche Nahrung bestand aus Mehlsuppen, die aus Buchweizen oder Hirse zubereitet wurde. Die seltenen Fleisch­mahlzeiten lieferten Schafe, Rinder oder Pferde: Schweinezucht war noch wenig verbreitet. In dem besonderen Hungerjahr 1618 nach Missernten holten sich die Leute aus der Nähe von Klieken das dort gefunde­ne „weiße Mehl" und backten Brot daraus. Es handelte sich dabei um Kieselgur, die ab 1889 abgebaut und technisch verwertet wurde. Für die Ernährung war sie weitgehend ungeeignet. Der Kartoffelanbau wurde in Anhalt um 1770 befohlen, weil die Bauern davon nichts hielten. Die lan­gen Transportwege per Pferdewagen standen einer Belieferung mit Nah­rungsmitteln aus entfernten Gegenden entgegen. Bis nach dem 30-jährigen Krieg wütete häufig die Pest. Es folgten Chole­ra, Pocken, Diphterie, Die Bedeutung der Hygiene war noch nicht be­kannt. 1793 wurde die Medicinalkommission im Land Anhalt gegründet, der alle unterstellt waren, die mit der Gesunderhaltung beschäftigt wa­ren. Badewannen waren Luxus. Bis zum 30jährigen Krieg gab es in der Baderstraße ein Badehaus zum Warmbaden. Später ist ein öffentliches Badehaus nicht mehr bekannt. Erst im 18. Jahrhundert werden im Friederikenbad wieder Badewannen aufgestellt. Bis etwa 1915 wurden sie genutzt. Der Schmutz auf den zumeist ungepflasterten Straßen, nur die heutige Schlossstraße war bereits im 17. Jahrhundert befestigt, waren ebenfalls ein Grund für die Verbreitung von Infektionskrankheiten. Alle Abfälle und Abwässer landeten auf der Straße, da die Höfe oft dafür zu klein waren und es eine Kanalisation noch nicht gab. Mit dem Bau wurde erst 1911 begonnen. Noch 1899 wird in der Coswiger Zeitung kritisiert, dass es in den meisten Lokalen keine Waschgelegenheit in der Nähe der Toilette gab, sofern diese überhaupt vorhanden war. Die Häuser hatten allgemein nur kleine Fenster und selten Öfen. Es gab offene Herdstellen mit hoher Rauchentwicklung. Ordentliche Schorn­steine wurden erst zum Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Die Familien lebten in den kleinen Wohnungen auf engstem Raum. Coswig war in der glücklichen Lage, über eine Röhrenwasserleitung zu verfügen, die bereits 1566 als selbstverständlich erwähnt wird. Sie ver­sorgte die Bewohner der Stadt ständig mit frischem Trinkwasser, das aus einer Quelle zwischen Möllensdorfer und Wörpener Straße stammt und an mehreren Stellen in der Stadt in Tröge lief, aus denen dann geschöpft wurde. 1903 konnte die Wasserleitung von Wörpen her in Betrieb genommen werden. Auch öffentliche Brunnen trugen zurVersorgung mit Quellwas­ser bei. Seit 1868 wirkte Dr. Emil Toelpe in Coswig. Er wirkte ehrenamtlich als Armenarzt und übernahm die Aufsicht über das 1872 eingerichtete .Städ­tische Krankenhaus". Es befand sich in der Baderstraße 17. Eine Pocken­epidemie hatte dazu veranlasst, in dem als Armenhaus genutzten Ob­jekt Krankenbetten bereitzustellen. Dr. Toelpe wurde derTitel Sanitätsrat verliehen. Er starb 1906. Ab 1887 ließ sich Ernst Mensch als Arzt (Brei­ter Weg 24) nieder. Er übernahm weitgehend die Aufgaben von Dr.Toelpe, auch im Krankenhaus und in der Armenpflege und erhielt nach dessen Tod ebenfalls den Titel Sanitätsrat. 1889 wurden in der Stadt 448 Krank­heitsfälle angezeigt, darunter 342 x Masern, 63 x Scharlach, 38 x Diphterie. 1892 wurden alle Veranstaltungen vertraten wegen der Gefahr der Verbreitung der Cholera. Coswig hatte 1895 7226 Einwohner. 1897 kam ein 3. Arzt in die Stadt, Dr. Artred Gebauer. Seine Praxis befand sich Breiter Weg 2. Einen Zahnarzt gab es nicht. Oskar Neumeyer sorgt jedoch für "künstliche" Zähne, was er in Zeitungen zur Anzeige brachte. Zu den Einwohnern kamen regelmäßig noch Einquartierungen bei Ma­növern in der Umgebung. Am 26.07.1899 wurden z. B. angezeigt 19 Offiziere, 298 Mann und 170 Pferde, die gegen Entschädigung betreut und versorgt werden mussten. Eine Gemeindeschwester wirkte im Auf­trage der Ärzte, doch selbständig, und war besonders gefragt zu Kran­kenbesuchen, Tagespflege oder Nachtwachen. Die zunehmende Befestigung der Straßen und damit verbunden das Anlegen von Bürgersteigen und das Anbringen von Regenrinnen an den Dächern, machten die Stadt sauberer. Der Unrat auf den Straßen ver­schwand. 1895 wurde in der heutigen Puschkinstraße das Elektrizitäts­werk in Betrieb genommen. Allmählich verschwanden in den Wohnun­gen die Petroleumlampen. Viel Ärger gab es in derWittenberger Straße wegen "schlechter Gerüche". Sie kamen von der Abdeckerei Ulmer, die dort seit 1847 betrieben wurde. Damals war die Straße jedoch noch wenig bebaut. Coswig wurde zur Industriestadt. Die Einwohnerzahlen stiegen z. B. von 1828 2700 auf 7817 im Jahr 1900. Die private Landwirtschaft verlagerte sich mehr und mehr in die Dörfer. Der Viehbestand in den städtischen Haushalten ging zurück und diente vor allem der Selbstversorgung. Seit 1904 gab es eine Badestelle an der Elbe, die öffentlich genutzt wurde. Das Baden und Schwimmen in der Elbe war beliebt und wurde als Gesundheitsvorsorge angesehen. Ein privater Bade- und Schwimmverein bestand bereits seit 1857 am ?Strandschlösschen", wo 1933 der Ruderklub sein Vereinshaus errich­tete und heute die Wohnanlage Elbstraße 16 steht. Es gab auch eine spezielle Frauenbadeanstalt, etwa zwischen Wörpener Bach und Segler­hafen. 1903 gründete sich ein Naturheilverein, der in den folgenden Jahren mehr als 100 Mitglieder gewinnen konnte, darunter besonders viele Frau­en. Vorträge über neue Erkenntnisse der Medizin fanden großes Inter­esse. Ein Vortrag beschäftigte sich z.B. mit Scharlach, der ja noch häufig auftrat. Jährlich fand ein Stiftungstest statt. Im September 1907 wurden am Fliethplatz und in der Alexiusstraße Bedürfnisanstalten aufgestellt, allerdings gab es häufige Klagen wegen Unsauberkerl. An einen Wunschtraum der Coswiger Stadtväter soll noch erinnert werden. Im Garten des Ausflugslokals ?Friederikenbad" gab es eine schwefelhaltige Quelle mit kleinen Anteilen anderer Mineralien. Als ?Stahlbad" könnte sie Anwendung finden und hunderte Gäste nach Coswig locken. Eine Wasserheilanstalt mit Kuretablissement nahm be­reits Formen an. Eine Aktiengesellschaft mit 20.000 Mark Grundkapital sollte gegründet werden. Aber leider ließ sich das Geld nicht auftreiben und der Traum ?Kurbad Coswig" platzte. Seit 1874 hatten in Preußen Standesämter ihren Dienst aufgenommen. Im gesamten Deutschen Reich folgte man. Damit wurde die Form der Eheschließung erfasst und regelmäßige Statistiken über Ehesdiließun­gen, Geburten undTodesfälle ermöglicht. Die Preise für Grundnahrungs-mittel wurden ständig beobachtet und kontrolliert von der herzoglichen Verwaltung. Der Wochenmarktpreis für Butter lag bei 50 - 55 Pfennig für 500 Gramm. Ein 4-Pfund Brot kostete um 3 Sgr. 1 Pfennig. (1859) Zu den Einwohnerzahlen gehörten auch die Insassen der Strafanstalt im ehemaligen Schloss. Deren Verpflegung ist aus der nachstehenden Aus­schreibung ersichtlich: Jahresbedarf der Strafanstalt Coswig zur Verpflegung 06.10.1899 für die Zeit vom 01.11.1899 - 31.10.1900: 1300 kg gesottene Hafergrütze, 3000 kg Linsen, 2800 kg Bohnen, 1300 kg Reis, 1700 kg Graupen, 4200 kg Salz, 3000 kg Rindfleisch, 600 kg Hammelfleisch, 1600 kg Schweinefleisch, 125 kg Wurst, 1300 kg Schweineschmalz, 80 kg Speck, 530 kg Rindslunge, 260 kg Rindsleber, 300 kg Kaidaunen, 440 kg Rindertalg, 1200 kg Schweineschmalz in kleinen Portionen, 90 kg Wurst in kleinen Portionen, 5 kg Speck in kleinen Portionen, 1030 kg Elainserie, 100 kg Soda, 8300 kg Petroleum Ausschreibung mit Erwartung günstiger Angebote Krankheiten und Unfälle waren für Arbeiterfamilien eine Katastrophe. Kaum jemand hatte Ersparnisse, um die Ausfallzeit überbrücken zu können. Reichskanzler Otto v. Bismarck veranlasste, dass am 15.06.1883 ein Gesetz über die Krankenversicherung der Arbeiter ausgerufen wurde, das für eine grundhafte Absicherung der Arbeiterfamilie sorgte. Anfangs richteten die verschiedenen Gewerbe eigene KK ein. Z. B. gab es 1886 eine KK der Töpfer, eine OKK der vereinigten Bauhandwerke, eine Arbeiter-Unterstützungs-KK. 1902 diskutierte man im Gewerkschaftskartell darüber, ob die Errichtung einer AOK für Coswiger Arbeiter erstrebenswert wäre. 1890 hatte die Drahtweberei Thermann + Kleinfeld eine Hilfskasse für ihre Arbeiter eingerichtet. Sie ergänzte durch Zuschüsse die Leistungen der Gemeindekrankenkasse und sicherte auch den Familienangehörigen ärztliche Leistungen. In Notfällen wurde eine Unterstützung gezahlt. Bereits am 11.11.1768 hatte Seilermeister Joh. Nicolaus Schmidt mit anderen Bürgern eine Sterbekasse gegründet, die im Todesfall eine Unterstützung an die Hinterbliebenen zahlte. Der Beitrag betrug am Ende des 19. Jahrh. monatlich 35 Pfennig. Je nach Dauer der Zugehörigkeit wurden 10-70 MK ausgezahlt. 1902 gab es etwa 600 Mitglieder. Vorsitzender war Schlossermeister Willi Seiler. Ab 1904 war es Stadtrat Opitz. Die RVO wurde am 19.07.1911 als grundlegendes Gesetz der deutschen Sozialversicherung beschlossen Ab 1927 gab es die Barmer-Ersatzkasse für Kaufleute und Privatbeamte. 1931 hatte die Schmidtsche Sterbekasse 1600 Mitglieder. Ab 1910 hatt sich Rudolf Gens aus Stettin als Dentist in Coswig niedergelassen. In der Friederikenstr. 1b eröffnete er im April eine Praxis. 1914 kam Walter Humborg noch dazu, allerdings konnten sie nur kurze Zeit gemiensam arbeiten, denn Rudolf Gens wurde bei Kriegsbeginn eingezogen und fiel am 19.10.1918. Walter Humborg praktizierte dann in der Alexiusstr. 54, starb jedoch bereits 1927. 1919 kam Rudolf Genzel als junger Dentist nach Coswig, zuerst in eine Praxis am Breiten Weg. Ab 1929 dann Friederikenstr. 12. Der 1. Weltkrieg veränderte bei den meisten Einwohnern die Lebensgewohnheiten. Bisher verdienten überwiegend die Familienväter allein den Lebensunterhalt. Jetzt mußten sie für ?für Kaiser, Gott und Vaterland? in den Krieg ziehen und erhielten nur ein Verpflegungsgeld. Die Familien waren auf Unterstützung angewiesen, die zumeist aus Stiftungen und wohltätigen Vereinen kam. Ab 1914 kümmerte sich der Vaterländische Frauenverein, (Vorsitzende war Frl. Eisfeld) zuerst um kinderreiche Familien. Ein Hilfsverein des Roten Kreuzes wurde gegründet. Im Amtsgericht (heute Schlossstr. 4) wurde eine Volksküche eingerichtet, die Amtsgerichtsrat Bunge in jeder Weise unterstützte. Bürgermeister Liethschmidt wurde als Kapitänleutnant eingezogen. Seine Vertretung übernahm Stadtrat Herzog. In der Lebensmittelversorgung gab es Engpässe. Das Kartoffelbrot wurde erfunden. Ab 1915 erfolgte eine Rationierung durch Lebensmittelkarten. Die Brotkarte gab es ab 07.03.1915. Im April wurden alle Schweine beschlagnahmt und vorhandene Kartoffeln eingezogen. Ab Ende Oktober durfte Dienstag und Freitag kein Fleisch gegessen werden. Das Stollenbacken zu Weihnachten wurde verboten. Um dem Arbeitskräftemangel abzuhelfen, arbeiteten ca. 500 Gefangene in den Betrieben. Aus Polen wurden 28 Familien, 105 Personen, ?überführt?. 1916 gab es dann die Butterkarte, die Mehlrationen wurden geringer, Hausschlachten war verboten. Um Strom zu sparen, führte man die Sommerzeit ein. Im Verlauf des Jahres gab es dann die Fleischkarte. Alle waren aufgerufen, zur Ölherstellung Sonnenblumenkerne zu sammeln. Der eisige Winter 1916/17 führte zu Kohlemangel. Kartoffeln gab es keine, Kohlrüben waren häufigstes Nahrungsmittel. Sie wurden sogar zu Marmelade verarbeitet. Es gab nur noch Schrotbrot. Ab 1. April öffnete im Volkshaus eine Kriegsküche, die bis 1920 bestand. Das Schwein wurde zum ?Feind der Menschheit? erklärt. Die Geschäfte mussten um 16 Uhr schließen, um Strom zu sparen. 1918 fror die Elbe zu. Die Bevölkerung war durch die vielen Entbehrungen körperlich geschwächt. Eine Grippe-Epidemie im Oktober 1918 forderte viele Opfer. Vom 18.-24.10.1918 und vom 25.-31.10. mußten die Schulen geschlossen bleiben. In einer Woche gab es 112 Kranke, in der nächsten Woche 230. In der Allgemeinen Elbe-Zeitung gab es die Ankündigungen der Verteilung von Lebensmitteln. So z. B. die Verteilung von Graupen, das halbe Pfund (250 gr.) für 18 Pfennig oder Marmelade 1 Pfund für 90 Pfennig. Die Betriebsküchen erhielten getrocknete Kohlrüben und Wicken. ?Vollmilchversorgungsberechtigte? waren Kinder sowie schwangere und stillende Frauen. Am 06.08.1918 wurden dann fleischlose Wochen angeordnet. Statt 200 g Fleisch gab es 250 g Mehl oder 1500 g Kartoffeln. Private Obstbaumbesitzer durften 50 kg ihres Obstes behalten, die restlichen Mengen mussten an Marmeladenfabriken abgeführt werden. Selbstversorger mit Fleisch durften 400 g pro Woche für sich behalten. Nach Beendigung des Krieges waren 30 Kriegsbeschädigte durch die Fürsorge zu betreuen. Es gab 246 Kriegshinterbliebene, davon 127 Witwen. 1919 gab es 213 Geburten und 148 Sterbefälle. 1920 waren es 276 Geburten und 137 Sterbefälle. Coswig hatte inzwischen 10181 Einwohner.Die Wohlfahrtspflege betreute die Elbstrombadeanstalt und konnte 1921 39000 Besucher zählen. Für die häufig unterernährten Kinder wurde 1922 eine Ferienkolonie bei Wörpen in der Nähe des Wasserwerks eingerichtet. 80 ? 100 Kinder konnten täglich verpflegt werden durch die Feldküche. Die Kinder und ihre Betreuer marschierten täglich 7 Uhr früh los, außer sonntags und bei Regen. Die Ferienkolonie wurde bis 1930 betrieben. Es gab ab 1909 regelmäßige Schuluntersuchungen. Vergleichszahlen zur Körpergröße, des Seh- und Hörvermögens dienten medizinischen Kenntnissen über den Gesundheitszustand der Bevölkerung.Impfungen und Zahnuntersuchungen in der Schule, die dort kostenlos waren, halfen bei der Gesundheitsvorsorge. Während des Krieges gab es Unterbrechungen. Wegen vieler Haltungsfehler gab es ab 1926 in den Schulen ein Fach ?orthopädisches Turnen?. 1923 musste nochmals eine Volksküche eingerichtet werden. Sie befand sich im Lokal ?Adler? und war für die vielen Arbeitslosen eine Hilfe. Die Inflation nach dem 1. Weltkrieg wurde am 15.11.1923 mit der Einführung der Rentenmark beendet. In dieser Zeit entstanden Mütterberatungsstellen und für Konfirmandinnen fanden Säuglingspflegekurse statt. Ab 1924 war Diakonisse Meta Westphal, Zerbster Str. 44, als Gemeindeschwester tätig. Ende des Jahres 1924 wirkten in Coswig 5 niedergelassene Ärzte: Dr. Ernst Mensch, Dr. Alfred Gebauer bis 1931, Dr. Robert König bis 1936, Dr. Hans Sick, Dr. Friedrich Falke. Als Dentist war in der Alexiusstr,.54 seit 1928 Herrmann Hoppmann tätig. Er übernahm die Praxis von L. Herborn, der nur 4 Monate 1927 dort tätig war und spurlos verschwandt. Seit 1924 arbeitete auch Georg Mönnich als Dentist, ab 1934 im Breiten Weg 17. 1928 feierte der ?Bund zur Geburtenregelung in Deutschland? sein 25-jähriges Bestehen. Die Ortsgruppe Coswig hörte dazu im Volkshaus die Vorträge ?Kinderreichtum und Frauenelend? und ?Verhütung von Schwangerschaften?. 1929 ist Dr. Gebauer als Impfarzt tätig. 228 impfpflichtige Kinder sind genannt, 59 waren zum Impftermin verhindert. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte seit längerem. Zu Weihnachten 1929 gab es in Coswig 700 Arbeitslose. Diese Zahl stieg weiter an. So weist die Statistik am 01.04.1931 1051 erwerbslose Männer und 176 Frauen aus, am 01.02.1932 1551 ?? ?? und 236 ?? , 1933 gesamt 1816 Erwerbslose bei 10953 Einwohnern, davon 316 Strafgefangene und 210 Angehörige des Arbeitsdienstes. Von 1926 ? 1930 bestand eine private Spielschule, um berufstätige Mütter zu unterstützen. Bereits 1931 bat Sanitätsrat Mensch um Entlastung von der Betreuung ?Wohlfahrtserwerbsloser?. Diese Betreuung erfolgte ehrenamtlich. Als eingesetzter Fürsorgearzt durften Arbeitslose und ihre Familien nur von ihm betreut werden. Vertretungsweise übernahm Dr. Sick das Amt für 5,- RM Pauschalvergütung pro Jahr und pro Kopf durch die Krankenkasse. Ab Oktober 1932 war Dr. Falke Fürsorgearzt, Dr. Kluge wurde als Schularzt eingesetzt. Dr. Ernst Mensch starb am 23.12.1932. Die Wohnungsnot in Coswig zwang viele Familien zu einem gemeinsamen Leben auf engstem Raum. Infektionskrankheiten konnten sich schnell ausbreiten. Die wachsenden Kriegsvorbereitungen prägten die Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadtverwaltung unterstützte Methoden zur Selbstversorgung. 1932 stellte eine Viehzählung in Coswig 994 Schweine fest. Beim Bau von Siedlungen zur Verringerung der Wohnungsnot mussten Ställe sowie Nutz- und Obstgärten geplant und angelegt werden. Für die ab 1936 entstehende Neue Siedlung waren in den Bauplänen Ställe für Schweine, Kaninchen oder Ziegen festgelegt. Die Obstbäume wurden bereits beim Bau der Häuser angepflanzt. Die Viehzählung 1936 ergab dann einen Bestand von 307 Ziegen, davon 231 weiße deutsche Edelziegen, 2660 Kaninchen, 8673 Hühner, 134 Bienenstöcke, 146 Pferde, 170 Rinder, 55 Schafe, 1001 Schweine,185 Gänse und 199 Enten. 1931 nahm Dr. Karl Grothe den Dienst auf. Er war Praktischer Arzt und Geburtshelfer und hatte seine Praxis Breiter Weg 54, später Schützenstraße 80. Dr. Kluge eröffnete eine Praxis Am Flieth 3. Dr. Gebauer war am 21.12.1931 verstorben. Die niedergelassenen Ärzte nutzten in vielen Fällen auch das Städtische Krankenhaus. Als Zahnarzt oder Dentist wirkten neben Hoppmann, Genzel und Mönnich nun auch Walter Brandsmeier, Zerbster Str. 33a und ab 1939 Dr. Heinz Schneider, Zerbster Str. 22. Ein Masseur war tätig und die Gemeindeschwester kümmerte sich um Hilfeleistungen, Tagespflege und Nachtwachen. Manchmal assistierte sie bei chirurgischen Eingriffen. Sie war total überfordert und deshalb gab es häufig keine Wochen- und Säuglingsbetreuung. Der Kurs für Säuglingspflege für Konfirmandinnen half da ein wenig aus der Not. Ein Desinfektor wurde in Dessau ausgebildet und arbeitete im Krankenhaus und in Notfällen in der Stadt. Er musste z. B. bei Infektionskrankheiten wie Scharlach, Typhus, Diphterie, Tbc u. a. häufig auftretenden Krankheiten, die Unterkunft der Kranken desinfizieren. Die Lebensmittelkarten gab es noch. Ab Dezember 1935 gab es öfter Anordnungen zur Lebensmittelherstellung und zum Vertrieb, z. B. diese: ?Aufgrund der wirtschaftlichen Situation dürfen bei der Herstellung von Eierteigwaren statt 3 nur 2 ½ Eier verwendet werden, je 1 kg Grieß oder Mehl.? Weiterhin erfolgten regelmäßige Schuluntersuchungen und Schutzimpfungen. Die Kleinkinderfürsorge wurde sehr wichtig genommen. In den Großbetrieben achteten Betriebsärzte auf die Gesundheit der Arbeiter. Besonderes Augenmerk richtete sich auf Arbeiter, die trotz Krankheit zur Arbeit kamen und damit eine Ansteckungsgefahr bedeuteten. Dr. Falke war als Betriebsarzt der WASAG tätig und führte auch die Untersuchungen der Familien durch, die einen Siedlerantrag stellten. Personen, die zu Familien mit Erbkrankheiten gehörten, wurden abgewiesen. 1938 traten folgende anzeigepflichtigen Krankheiten auf: 69 x Diphterie, davon 5 Fälle tödlich, 50 x Scharlach, 21 x Tbc, davon 5 Todesfälle, 1 x Gehirnhautentzündung. Die großen Betriebe richteten für die Belegschaft Warmbadegelegenheiten ein oder hatten Verträge mit dem Krankenhaus, in dem es eine Wannenabteilung gab. Ein Badezimmer zu Hause war sehr selten. Zumeist holt man 1 x wöchentlich Holzzuber oder Zinkbadewanne in die Küche oder ins Waschhaus und die ganze Fa milie badete dann. In der Friederikenstr. 11 wurde eine Mütterschulungsstätte eingerichtet, die bis 31.03.1941 genutzt wurde und an deren Kosten die WASAG und das Zündholzwerk sich beteiligten.Die feierliche Übergabe dieser Einrichtung war am 26.04.1938. Ein hauptamtlicher Leiter und diverse Lehrkräfte veranstalteten Näh- und Kochkurse, Säuglingspflegekurse u. ä.. Die Heiratsbeihilfen, die z. B. die WASAG ihren Arbeitern gewährte, wurden vom Besuch dieser Kurse abhängig gemacht. Das Stadtbad an der Elbe wurde gut genutzt, 1938 gab es 42230 Besucher. Bemängelt hat man die Umkleidekabinen. Ab 1941 durfte Pferdefleisch verkauft werden. Die Rossschlächter Oskar und Otto Kunert und Otto Behne durften nur kein Hackfleisch vorrätig halten. Sie erhielten die Pferde zur Notschlachtung zumeist ?wegen völliger Erschöpfung? der Tiere. Ab 1943 war bei der Herstellung von Würsten für die Werksverpflegung Vollsoja erlaubt. Es war dann Frischwurst, die nicht lange haltbar war. Sie war mit ?Fleischbeilage? zu kennzeichnen. Konkret weist das Reichsministerium des Innern (RMdI) an: ?1 kg Vollsoja in 1,5 l Wasser auflösen und mit dem Brät vermischen?. Zum Jahresende 1943 wurden schon 20-30 % Vollsojaanteil zugelassen. Das RMdI veröffentlichte auch andere Rezepte zur Streckung von Wurstsorten: Fleischbrotwurst: Blutwurst mit dem Zusatz von 47 % abgekochten Kartoffeln und 3 % Kartoffelmehl Leberwurst: Zusatz von 52 % abgekochten Kartoffeln und 3 % Kartoffelmehl Brühwurst: 26 % Schweinefleisch, 16 % Rindfleisch, 3 % Kartoffelmehl, ca. 50 % gebrühtes Gemüse, der Rest Wasser. Auf Lebensmittelkarte musste diese Wurst in doppelter Gewichtsmenge abgegeben werden. Die Erlaubnis zur Herstellung erhielten nur Großbetriebe. Seit 1941 waren die Einwohnerzahlen erheblich angestiegen. Das waren zuerst Fliegergeschädigte aus westlichen Gebieten, die vielen Fremdarbeiter, die in den Betrieben in Arbeitslagern interniert waren und Arbeitskräfte für die Rüstung aus anderen Gegenden. Für zwangsverpflichtete Frauen war schon in den 30 iger Jahren das Volkshaus zum Ledigenwohnheim eingerichtet worden. Ende 1944 betrug die Einwohnerzahl 17020. Im November 1944 ereignete sich in der WASAG eine Explosion. 94 Tote, 72 Schwerverletzte, 244 Leichtverletzte waren zu beklagen, darunter auch 21 der sogenannten Fremdarbeiter aus Osteuropa, Italien, Frankreich und Holland. Die Fremdarbeiter durften bei Krankheit nicht in das Krankenhaus eingewiesen werden. Laut Anordnung des RMdI vom 10.01.1942 waren pro 50 Mann 2 Revierbetten für Krankheitsfälle vorzuhalten. Eine Anordnung vom 31.12.1941 befahl die Entlausung aller sowjetischen Kriegsgefangenen und der Fremdarbeiter aus Osteuropa zur Verhinderung von Fleckfieber. Im März 1945 führte Dr. Sick die letzte Pockenschutzimpfung durch. Am 30.04.1945 kamen die Amerikaner in die Stadt Coswig, die von Rudolf Genzel und einer Gruppe Frauen kampflos übergeben wurde. Am 02.05. besetzte die Rote Armee die Stadt und nahm die Fremdarbeiter aus Osteuropa auf. Die Arbeitslager der Italiener und Holländer wurden aufgelöst und alle Ausländer konnten in ihre Heimatländer zurückkehren. Das Stadtkrankenhaus wurde sofort für die Verletzten in Anspruch genommen. Der Materialbestand des Roten Kreuzes der Stadt und das Sanitätsmaterial in Betrieben, besonders der WASAG, wurde beschlagnahmt. Teile davon wurden jedoch der Seuchenabteilung des Krankenhauses wieder zur Verfügung gestellt. Die Lebensmittelversorgung war katastrophal. Auch die Soldaten und die befreiten Zwangsarbeiter mussten verpflegt werden. Ärzte waren vorerst nicht mehr in der Stadt. Dr. Sick verübte Selbstmord. Dr. Kluge, Dr. Grothe und Apotheker Ecke wurden verhaftet. Dr. Falke war einige Zeit abwesend. Dentist Rudolf Genzel wurde als Leiter des Gesundheitswesens eingesetzt. Das Rathaus war besetzt, die provisorische Stadtverwaltung erfolgte aus Räumen in der jetzigen Geschwister-Scholl-Str. 1. Für 3 Monate war Otto Schmidt eingesetzter Bürgermeister. Dann folgte ihm Albert Oswald. Im September wurde in der ehemaligen Realschule ein Infektionskrankenhaus eingerichtet. Schwester Eva vom Städtischen Krankenhaus und Schwester Elisabeth im Infektionskrankenhaus unterstützten Rudolf Genzel. Sie bemühten sich um die Versorgung aller Patienten, denn es gab ja auch in der Bevölkerung Krankheiten, Geburten, Unfälle und Todesfälle. Zum Gesundheitswesen gehörten noch Erich Wetzel als Desinfektor. Richard Seifert unterstand der Einsatz im Infektionskrankenhaus. Kurt Richter arbeitete als Masseur und beim Krankentransport. Im Sommer wird in einem Schreiben von Dr. Falke die Unterernährung vieler Säuglinge erwähnt. Dr. Falke und Dr. Gerhard Otto, der Zerbster Str. 10 wohnte, waren die vorerst einzigen Ärzte. Als Zahnärztin ist Frau Dr. Irmgard Brandsmeier tätig. Am 21.11.1945 erhielt Hermann Schulze die Zulassung als Masseur. ?Behelfskrankenhäuser? wurden in der ?Goldenen Weintraube?, Friederikenstr. 5, und in der Konditorei Voigt eingerichtet. Wie Dr. Otto in späteren Jahren erzählte, musste auf Gaststättentischen operiert werden und Entbindungen gab es in der Konditorei. Die wenigen vorhandenen Lebensmittel mussten zuerst an die Besatzungstruppen und die noch anwesenden Fremdarbeiter ausgegeben werden. In der Papierfabrik gab es vorübergehend ein Lebensmittelmagazin als Versorgungslager. Es wurde scharf bewacht. Die Not war groß und Plünderungen wurden befürchtet. Einmalig erfolgte dann die Ausgabe pro Kopf von: 4 Pfund Zucker, 4 Pf. Nährmittel, 4 Pf. Mehl, Waschpulver und Seife. Ab 01.10.1945 gab es ordentliche Lebensmittelkarten. Bis dahin gab es nur ortseigene Abschnitte zur Lebensmittelversorgung, die allerdings zu Ungerechtigkeiten führten, weil nicht genügend Reserven vorhanden waren, um alle Abschnitte zu bedienen. Ab Mitte 1945 produzierte die Chemische Fabrik Hans Schraube Kinderpuder, Zahnpasta und Waschmittel. Für Säuglinge und Kleinkinder konnte täglich die Milch in Kannen aus den Milchgeschäften z. B. Sandberg, Bester und Harnisch geholt werden. Im Oktober 1945 brach eine Typhusepidemie aus. 71 Erkrankungen zählte man, dazu 5 Diphteriefälle und 3 mal Ruhrverdacht. Russische Ärzte führten teilweise die Behandlungen durch. Sie unterstützten bereits am 07.08.1945 ein Gesuch an den Militärkommandanten, Medikamente für die Behandlung von Durchfallerkrankungen vom DHW Rodleben freizugeben. Für Offiziere der Roten Armee war im Lokal ?Grüne Tanne? ein Offizierskasino eingerichtet. Der erste Transport Umsiedler aus dem ehemals deutschen Gebieten kam in Coswig am 24.12.1945 an. Bereits während der ersten 24 Stunden gab es 35 Typhustote. Alle Umsiedler mussten in eine dreiwöchige Quarantäne. Es gab keine Medikamente. Die erste Unterbringung erfolgte in den Baracken des Arbeitsdienstes. Die Zahl der Umsiedler stieg bis Ende 1946 auf etwa 4000 Personen an. Die gesundheitliche Situation zeigt sich auch daran, dass 175 Geburten 466 Todesfälle gegenüber standen. Mit den Umsiedlern kamen aber auch Ärzte in die Stadt. Dr. Joachim Globisch übernahm die Praxis Schillerstr. 7. Dr. Carl Gallien zog in die Puschkinstr. 80 ein. Im August 1946 kam Dr. Franz Heidl. Dr. Falke wurde jedoch vom NKWD verhaftet. Auch Dr. Otto Lambeck und seine Frau, ebenfalls Ärztin, kamen nach Coswig. Lehrer Zieboltz war ebenfalls Umsiedler. Er übernahm die Leitung der Coswiger Schulen. Eine seiner ersten Empfehlungen war es, alle Kinder auf Tbc untersuchen zu lassen. Bereits im Januar war die Fleckfieberepidemie beendet. Dr. Rische übernahm das Amt eines Seuchenkommissars, der alle Maßnahmen der Erkennung und Bekämpfung der noch häufigen Infektionskrankheiten leitete. Ab Februar wirkte dann ein Polizist als ?Sittenpolizei?. Die Geschlechtskrankheiten machten einen hohen Anteil der Infektionskrankheiten aus. Kurzzeitig gab es Zerbster Str. 10 ein behelfsmäßiges Infektionskrankenhaus. Die Ärzte führten zahlreiche Aufklärungsvorträge für die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Dörfer durch. Ab März beanspruchte die sowjetische Kommandantur das WASAG?Lager für Demontage-Arbeiter. Es stand für Flüchtlinge nicht mehr zur Verfügung. Eine dritte Hebamme wurde für die Stadt beantragt Im Juli kam dazu Schwester Erna Breitenfeld in die Stadt. Es gab wieder umfassend Schutzimpfungen der Schulkinder. Die Baracken am Krankenhaus waren fertiggestellt. Das Infektionskrankenhaus Realschule konnte am 23.09.1946 dorthin umziehen. In allen Straßen wurden Bewohner als sogenannter Seuchentrupp ernannt. Jeder von ihnen hatte eine bestimmte Anzahl Häuser zu betreuen und Krankheitsfälle sofort zu melden. Ab 01.01.1948 trat Frau Dr. Irmgard Lambeck als ehrenamtliche Leiterin des Gesundheitswesens an die Stelle von Rudolf Genzel. Ihr Wunsch war es, als hauptamtliche Ärztin die Säuglingsfürsorge in Coswig und Umland zu übernehmen. (Dr. Falke hatte bereits im Sommer 1946 die Säuglinge als häufig unterernährt eingeschätzt.) In der Stadt wurden auch 4 Seuchenspürer eingesetzt, die je einem Abschnittsarzt zugeteilt waren. Pro Einsatztag erhielten sie 2,50 RM. Desinfektor Wetzel war Leiter des Seuchenspürdienstes. Ab 20.02.1947 stand das Rathaus nach Auflösung der Kommandantur wieder zur Verfügung. Ein Zimmer richtete man für den Gesundheitsdienst ein. Die Lage der Umsiedler und ihre Versorgung mit Unterkunft und Lebensmitteln war extrem. (Erst 1950 gab es per Gesetz einen zinslosen Kredit über 1000,-DM zum Kauf von Möbeln und Hausrat für 3 Jahre begrenzt) Für einige Tage mussten etliche Umsiedler, die auf dem Wasserweg angekommen waren, im Volkshaus untergebracht werden, weil bereits 5000 Personen versorgt werden mussten. Insgesamt wurden 37276 Umsiedler durch Coswig geschleust. Eine Anordnung vom Januar 1947 weist eine Wohnfläche von 7,6 qm pro Person an, die zur Verfügung stehen muss. Zu dieser Zeit befanden sich im Kreis Zerbst, zu dem Coswig noch gehörte, 27000 Umsiedler. Der Winter 1946/47 war extrem kalt, was die Lage noch verschärfte. Die Temperaturen sanken bis auf ?20° C und sogar ?30° C. Die Elbe war zugefroren. Es gab Kohlenkarten, um die wenigen angelieferten Kohlen gerecht verteilen zu können. Die Wälder lieferten Reisig und ?Knackholz?. Die Förster waren angehalten, strenge Kontrollen durchzuführen. Häufig wurden auch kleine Bäume und Äste ?mitgenommen?. Ein Unterholz gab es gar nicht mehr. Das ?Stubbenroden? war eine geduldete, kraftaufwändige Tätigkeit. Die geringen Lebensmittelzuteilungen hatten Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Es gab nur für Säuglinge und Kleinkinder Milch. Für die Zubereitung der Speisen musste statt Milch Molke genutzt werden. Quark und Käse waren äußerst selten. Die neugegründete Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe -VdgB- erhielt Kontrollpflicht über die Bauern. Flurwächter wurden eingestellt, um Felddiebstähle zu verhindern. Jedoch das ?Kartoffeln stoppeln? und ?Ähren lesen? waren für Tausende eine Ernährungsgrundlage. Die auf den Lebensmittelkarten ausgewiesenen Rationen an Fett, Zucker oder Fleisch mussten oft durch schlechten Ersatz ausgetauscht werden. Es gab keine Butter, keine Kartoffeln. Die Lebensmittelkarten waren abhängig von Beruf und Familienstand. Die Karte VI, die überwiegend Rentnern zustand, wurde allgemein ?Friedhofskarte? genannt. Im Jahr 1947 gab es 212 Geburten und 464 Sterbefälle. Die Verwaltung der Stadt suchte nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung. Am 12.09.1947 trat die Stadt der Gesellschaft ?Braunkohlengrube Streitbruch? bei Bräsen bei. Das Einlagekapital betrug 1500 RM, dazu kamen 10000,-RM Arbeitskapital. Der Erfolg blieb jedoch aus. Die Kohlengrube war zu unergiebig. Für Textilien gab es Bezugsscheine. Eingelöst werden konnten sie nur, wenn mal eine Lieferung kam. Der Schwarzmarkt blühte auch in Coswig. Zum Tauschhandel suchten viele Leute die Dörfer auf. Man versuchte wertvolles Mobiliar oder Wäsche gegen notwendige Lebensmittel einzutauschen. Die Bauern hatten jedoch ein hohes Abgabesoll und wurden streng kontrolliert. Besonders schlimm waren die Umsiedler betroffen. Am Jahresende 1947 hielten sich in der Stadt 4521 Umsiedler auf. Für alle sollte eine Unterkunft gefunden werden. Die Wohnungsnot wurde immer größer. 180 Wasserrohrbrüche im Winter trugen nicht zur Vereinfachung des täglichen Lebens bei. Im Juni 1947 konnte der neue Brunnen im Wasserwerk in Wörpen in Betrieb genommen werden. Kaum ein Betrieb produzierte, denn die Demontage war noch nicht beendet. Ein Neuaufbau konnte erst nach Abschluss der Demontagearbeiten begonnen werden. Auf dem Schwarzmarkt bezahlte man etwa folgende Preise: 1 Pfund Mehl - 30 RM 4 Pfund Brot - 45 RM 1 Pfund Zucker - bis 50 RM 1 Stück Butter - bis 125 RM. Nach der Währungsreform gingen die Preise auf etwa ein Drittel zurück. 1948 gab es nur noch 234 Todesfälle. Die Geburtenzahl stieg auf 219. Mit der Zahnärzteschaft konnte ein Vertrag zur Beaufsichtigung der Zahngesundheit in allen Schulen, auch Berufsschulen abgeschlossen werden. Die Sozialver-sicherungskasse zahlte dafür pro Schüler jährlich 1.- M. Im Jahr 1948 wurde der seit Jahrhunderten genutzte ?Ratskeller? im Rathaus zu Büroräumen umgestalltet. Es gab in diesem Jahr 26 Industriebetriebe, einschließlich der Töpfereien. 6 Betriebe davon waren bereits VEB ? Volkseigene Betriebe. 258 selbständige Handwerker arbeiteten und 162 Ladengeschäfte versorgten die Bevölkerung. 4388 Umsiedler wohnten in der Stadt, 900 Heimkehrer kamen aus der Kriegsgefangenschaft. Im Januar 1948 übernahm Dr. Franz Heidl das Amt des Leiters des Gesundheitswesens von Frau Dr. Lambeck. Dr. Lambeck verlässt dann 1949 Coswig. Die Wasserversorgung aus dem Wasserwerk Wörpen reichte nicht aus bei den gestiegenen Einwohnerzahlen. Im Februar 1948 stimmt deshalb nach umfangreichen Prüfungen der Kreisarzt der Errichtung eines Hilfswasserwerkes zu. Auf dem Gelände des Elektrizitätswerkes in der Puschkinstraße wurde es als Notbehelf errichtet. Die Verwaltung des Wasserwerkes und des E ? Werkes erfolgte bereits seit 1945 gemeinsam. Für die Praxis von Dr. Kluge am Flieth 3 fand sich kein Nachfolger. Vorübergehend wurden die Räume von Gemeindeschwestern genutzt. Am 1. August 1949 tritt Dr. Johannes Bähr seinen Dienst an. Er übernimmt die Praxis von Dr. Lambeck in der Rudolf-Breitscheid-Str. 3. Aber 4 Arztstellen in Coswig werden bei ca. 14500 Einwohnern als unzureichend genannt. Im August war auch eine Volks-Kontrollkommission für das Krankenhaus vorgesehen. Nach der Gründung der DDR am 07.10.1949 veränderten sich im Gesundheitswesen die Organisationsformen. Die Praxen der niedergelassenen Ärzte werden im Verlauf der nächsten Jahre zu Staatlichen Ambulanzen umgewandelt. Die Praxis Am Flieth 3 bezieht 1950 Dr. Seiler, der aber 1953 die Stadt verlässt. Diese Praxis wird nach seinem Weggang die erste Staatliche Ambulanz in Coswig. Verschiedene junge Ärzte wurden dort für ca. 2 Jahre eingesetzt Die konkreten Dienstjahre der nachfolgend verzeichneten Ärzte waren nicht zu ermitteln. Es wirkten Dr. Peter Dubro, ab 1956 Dr. Hans-Joachim Wachs, Dr. Berndt, Dr. Heinz Mättig, Dr. Herschmann, Dr. Pöhlitz. 1968 übernimmt Dr. Roland Tüngler die Praxis auf Dauer. In der Folgezeit wurde dem Gesundheitswesen große Beachtung geschenkt. Notwendige Impfungen und zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen erfolgten während der Schulzeit. Die Freude über ausgefallenen Unterricht verdrängte schon Angstgefühle!. Jedes Kind mit Zahnproblemen erhielt einen Schein für den Zahnarztbesuch. Die Lehrer achteten auf die Ausführung. Besonders die Früherkennung und Vorsorge bei Tbc nahm breiten Raum ein. Ab 1956 gab es Röntgenreihenuntersuchungen in fahrbaren Röntgeneinrichtungen. Bis etwa 1970 war für jeden Erwachsenen die Teilnahme Pflicht. Für Angestellte im Handel, in Küchen, im Schuldienst und Gesundheitswesen wurde die Untersuchung im Gesundheitsausweis eingetragen, den die betreffenden Personen bei Hygienekontrollen durch staatliche Stellen vorzulegen hatten. Dr. Johannes Baer wollte sich auf Lungenkrankheiten spezialisieren. Er unterstützte diese Maßnahmen weitgehend. Diese Form der kostenlosen Gesundheitskontrolle bestand bis zum Ende der DDR. Eine Tbc-Fürsorgestelle wurde 1952 in der früheren Spielschule in der Spiellücke eingerichtet. Als Schwestern waren dort tätig Herta Enke, Else Reglin, Herta Reupsch. Der Kindergarten in diesem Gebäude kam zum Stadthufen. Bereits im Februar 1953 zog die Tbc-Fürsorgestelle in die Luisenstraße um und war dort bis 1979. Das Haus in der Spiellücke wurde ab 1953 als erste Kinderkrippe genutzt, eine Wochenkrippe. 1952 gab es erste Diskussionen, welches Krankenhaus eine Vorrangstellung bekommen sollte. In Roßlau sollte am Platz der Garnison ein großes Krankenhaus eingerichtet werden. Coswig wollte man nur noch als Nebenstelle. Damals hatten die Coswiger mit ihrem Protest noch Erfolg. Außerdem waren die 65-70 Betten ständig ausgelastet und reichten nicht mehr aus. Ab 1953 unterstand das Krankenhaus Coswig dem Kreisgesundheitsamt. Dr. Globisch, der bis dahin als Leiter tätig war und Dr. Heidl als sein Stellvertreter konnten sich nun ausschließlich um ihre Praxen kümmern. 1956 fand eine Erweiterung des Krankenhauses um 4 Zimmer, 20 Betten statt. Die Schulgesundheitsaufsicht erhielt einen Raum im Volkshaus. 1952 hatte Coswig 14500 Einwohner. 1955 kam Dr. Labes als Chirurg nach Coswig. Bis 1958 leitete er im Krankenhaus den operativ-klinischen Betrieb. Seine Frau wirkte als Anästhesistin. 1956 wurde dem Krankenhaus eine allgemeine Ambulanz angegliedert. Für die Erweiterung der chirurgischen Fachambulanz, die bereits 1954 eingerichtet wurde, zahlte die Stadt 79,1 TDM. Nach dem Weggang von Dr. Globisch und Dr. Heidl wurden die Arztpraxen in der Schillerstraße zu Staatlichen Ambulanzen umgewandelt. Dr. Hans-Joachim Wachs übersiedelte vom Flieth 3 in die Schillerstr. 7 und war dort bis 1969 tätig. 1958 wurden in den Coswiger Ambulanzen 15214 Patienten behandelt, 1962 waren es 30708. 1961 verfügten die medizinischen und gesundheitlichen Einrichtungen der Stadt über 1,3 Mio DM. Im Jahr 1963 wurden in Coswig 1031 TDM für das Gesundheitswesen bereitgestellt. Am 10.12.1962 wurde erstmals der Tag des Gesundheitswesens begangen. Es war das Geburtsdatum von Robert Koch. Dieser Tag war dann alljährlich bis 1989 ein Anlass, Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf allen Ebenen auszuzeichnen und zu ehren. Die Bevölkerungszahlen änderten sich in diesen Jahren wie folgt: 1954 280 Geburten 139 Sterbefälle 1955 280 ? 155 ? 1956 256 ? 129 ? 1957 235 ? 147 ? 1958 272 ? 125 ? 1959 256 ? 134 ? 1960 258 ? 140 ? 1961 234 ? 148 ? 1962 265 ? 138 ? Ein schlimmer Zwischenfall trat 1957 ein. Die Tollwutgefahr, von zahlreichen Füchsen ausgelöst und auf Haustiere übertragen, war zur Bedrohung der Bevölkerung geworden. Die Schuld an der Übertragung auf Menschen gab man besonders frei umherlaufenden Katzen. Am 03.04.1957 wurde deshalb angeordnet, sämtliche Katzen im Stadtgebiet zum Töten zu einer Sammelstelle in der Eisenbahnstraße zu bringen. Traurige Szenen spielten sich ab, als die Lieblinge dort erschlagen wurden. Die Lebensmittelversorgung hatte sich 1958, 9 Jahre nach Gründung der DDR, soweit stabilisiert, dass die Lebensmittelkarten abgeschafft werden konnten. Im Konsum waren die Lebensmittelmarken bis dahin eingelöst worden. Der markenfreie Einkauf in der HO war wesentlich teurer. Nun gab es überall einheitliche Preise, die teilweise höher waren als auf Marken, in der Folgezeit aber durch Preissenkungen angepasst wurden. Neuer Chefarzt im Krankenhaus wurde nach dem Weggang von Dr. Labes Dr. Jedzig. Auch Dr. Peter Dubro wechselte zum Krankenhaus. 1960 gab es erstmals eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung. 96 % der Coswiger Einwohner nutzten diese kostenlose Impfung. Nur der Teelöffel musste mitgebracht werden. In den Haushalten, die überwiegend Kohleheizung hatten, gab es überall ?Aschengruben? für die anfallende Ofenasche sowie Haushaltsabfälle. Altpapier, Alttextilien, leere Gläser und Flaschen wurden in Erfassungsstellen aufgekauft. Besonders die Kinder besserten damit das Taschengeld auf. Zur Asche- und Schuttablagerung gab es in Stadtnähe dafür vorgesehene Lagerplätze, vorrangig in ehemaligen Sand- oder Kiesgruben, die damit verfüllt wurden. Zumeist mit Handwagen lud man dort die Asche ab. Ende der 50-er Jahre kam teilweise ein Pferdefuhrwerk zum Einsatz, um die Haushaltsasche einzusammeln. Ab 1960 plante man eine motorisierte Müllabfuhr mit entsprechenden Kübeln. Wegen häufig defekter Fahrzeuge blieb es noch einige Jahre eine kritikwürdige Angelegenheit. Die seit 1923 offiziell genutzte Badeanstalt an der Elbe geriet immer häufiger in die Kritik. Das Wasser der Elbe war durch Industrieabwässer verschmutzt. Die in der Nähe der Stadt befindlichen ehemaligen Kohlengruben dienten schon lange als illegale Badestellen, aber nach geltenden Hygienevorschriften war die Wasserqualität nicht ungefährlich. Als 1962 das Baden in der Elbe verboten wurde, gab es dann doch als Alternative den Ausbau der Kohlengrube. 1961 kam Heinz Ganzer als neuer Bürgermeister ins Amt. Eine Erhebung in diesem Jahr zeigte an, dass 70 % der Haushalte über kein eigenes Bad verfügten. Die Wohnraumsituation war eines der schwierigsten Probleme der Stadt. Die Ausgaben für Gesundheitswesen in Coswig betrugen: 1957 569 700,- DM 1958 674 800,- DM 1959 692 700,- DM 1960 882 400,- DM 1961 902 650,- DM Die ?Volkssolidarität? stellte Mittel für Mittagessen-Versorgung und Wirtschaftshilfe bereit. Für den Handel gab es 1962 eine Festlegung , das Warenangebot vormittags nur zu 30 % bereit zustellen, nachmittags dann 70 %. Damit wurde den Wünschen vieler berufstätiger Frauen entsprochen, die erst nach der Arbeit einkaufen konnten und von sogenannter Mangelware wie Südfrüchten, Schokolade , Edel-Obst und Gemüse sonst nichts mehr abbekamen. Die Betriebs-Vst der HO wurden vorrangig mit diesen Dingen beliefert. In den Werksküchen gab es 1962 wegen schlechter Kartoffelernte 2-3 x wöchentlich kartoffelfreies Essen. Zur 775-Jahrfeier der Stadt durften auf dem Festplatz keine Würstchen verkauft werden. In der Spiellücke war inzwischen die Fürsorgestelle ?Mutter und Kind? eingerichtet. Eine Kinderärztin kam ab Juli wöchentlich zur Sprechstunde. Die Gemeindeschwestern hatten dort ihren Sitz. In den Räumen wurden regelmäßig Schuluntersuchungen und Impfungen durchgeführt. Apotheker Veit trat 1971 in den Ruhestand. Dieter Lorenz wurde neuer Leiter der Coswiger Apotheke. (Darüber gibt es eine ausführliche Arbeit ?300 Jahre Apotheke?) Ab 01.11.1971 war Frau Gisela Schmidt 3 x wöchentlich nachmittags in der Praxis Schillerstr. 4. Für Dr. Wittge und Dr. Dubro konnte kein Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Beide nahmen außerhalb Coswigs neue Stellen an. Nach vielem Hin und Her entstand auf dem Gelände des VEB CWC eine Poliklinik. Sie wurde am 01.07.1979 eröffnet und war bis 31.12.1990 gemeldet. Die Lebensmittelversorgung hatte immer wieder Schwachstellen. So gab es besonders 1961 große Schwierigkeiten in der Versorgung mit Butter. Festgelegt wurde, dass pro Kopf pro Monat 1 kg Butter gewährleistet sein müssen. Jeder Einwohner musste in seinem ?Stammgeschäft? in eine Kundenliste eingetragenwerden. Eine Überprüfung ergab dann, dass 2065 Personen im Kreis mehr eingetragen waren, als der damalige Kreis Roßlau Einwohner hatte. 1676 Dr. Johann Bronnemann 1682 Hieronymus Augustus Schubart vornehmer Chirurgus und Barbier, auch Stadtschenk u. Ratsherr, Schwiegersohn des Diaconus Siegfried, gest. 1712 1683 Friedrich Mayer Doctor, Oculist, Bruch- und Wundarzt 1692 Hans-Georg Amhaus Bader u. Chirurgus, auch Gastwirt ?Roter Stern? 1705 ? 1728 Dr. Joh. Hector Gerlach Medic. Practicus, Physicus u. Apotheker gest. 1728 1717 Joh. Paul Koch 1714 ? 1736 Joh. Benjamin Bugenhagen-Pommer Physicus u. Apotheker, Nachkomme des Reformators 1733 ? 1744 Joh. August Schubart Amtschirurg u. Hausverwalter 1747 Lorenz Chirurgus u. Practicus 1737 ? 1755 Joh. David Amhaus wohlangesehener Chirurg 1739 Dr. med. Joh. Friedrich Zemsch 1749 ? 1758 Dr. med. Davide Ulemann Stadt- u. Landphysicus 1758 ? 1766 Dr. med. Joh. Gottfried Ulemann gest. 37 Jahre alt 1744 ? 1770 Joh. Erdmann Keck Bürgermeister, Chirurgus, Chirurgischer Practicus 1720 ? 1797 1768 ? 1812 Dr. med. Joh. Erdmann Keck Hof- und Leibmedicus, Amtsphysicus, 1783 Bürgermeister 1790 ? 1798 Leopold Hönze Chirurgus, seine Frau geb. Ottleben 1795 Karl Friedrich Cornelius Chirurg 1796 Joh. Friedrich Mehlberg aus Stettin Kämmerer und Stadtchirurgus um 1800 Isaac Cosson Amtschirurg und Ratskellerpächter 1805 ? 1813 Dr. Georg August Henning Frau geb. Keßler 1812 ? 1814 Leopold Hönze Chirurgus, Frau geb. Werner 1813 ? 1833 Dr. Kanzler Hofmedicus Bernhardt - Amtschirurgus Kettler - Chirurg Michaelis Amtschirurgus, gest. 1848 1848 ? 1849 Dr. Henning Physicatswundarzt, ging nach Amerika 1836 ? 1868 Dr. Erhard Kurtze Kreisphysikus 1846 ? 08.03.1872 Dr. Bendix Meyer 1872 ? 1876 Oberstabsarzt Wolf 1876 ? 1881 Dr. Welker 1868 ? 1906 Dr. med. Emil Tölpe Kreisphysicatswundarzt, erhielt den Titel Sanitätsrat, Breiter Weg 2 1887 Ernst Mensch Praktischer Arzt ? ab 1906 Sanitätsrat, Breiter Weg 24, ab 1890 Breiter Weg 53, 1897 ? 1931 Dr. med. Alfred Gebauer Breiter Weg 2 1907 ? 1936 Dr. med. Robert König 1858 ? 1936 Breiter Weg 11 - 1908 Gartenstr. 4 Zerbster Str. 10 1921 ? 24.03.1945 Dr. Hans Sick Zerbster Str. 2 ? Schillerstr. 5 ? 1939 Schillerstr. 5-7 1924 ?1945 Dr. Friedrich Falke auch Betriebsarzt der WASAG Breiter Weg 8 ? Breiter Weg 6 1931 ? 1945 Dr. Karl Grothe Breiter Weg 54 ? Puschkinstr. 80 - 1945 Dr. Friedrich Ernst Kluge Arzt und Chirurg Breiter Weg 2 - Flieth 3 1946 ? 1954 Dr. Carl Gallien 1854 ? 1954 Puschkinstr. 80 1946 - 1949 Dr. O. Lambeck , Frau Dr. Irmgard Lambeck Breitscheidstr. 3 1946 - Dr. Otto 1946 ? 1958 Dr. Joachim Globisch ab 1947 Leiter des Städt. Krankenhauses Schillerstr. 5-7 05.08.1946 - 1958 Dr. Franz Heidl Thälmannstr. Praxis Dr. Falke Schillerstr. 4 01.08.1949 ? 1958 Dr. Bähr spezialisierte sich auf Lungenkrankheiten Breitscheidstr. 3 04.10.1955 ? 1958 Dr. Labes ab 1955 Leiter des Krankenhauses Fr. Dr. Labes Anästhesistin 1950 ? 1953 Dr. Seiler Flieth 3 danach Staatliche Ambulanz 1953 ? 1956 ? Dr. Dubro 01.10.1956 ? 1969 Dr. Hans-Joachim Wachs Flieth 3 ? Schillerstr. 5/7 (1960 ?) dann nach Wittenberg Am Flieth 3 wurde genutzt für junge Mediziner, die 1-2 Jahre Praktikum absolvieren mußten. 1958 ? 1960 Dr. Herschmann 1959 ? 1960 Dr. Berndt 1959 ? ? 1988 Dr. Lothar Bladt 1960 ? 1961 Dr. Mättig 20.03.1963 ? 17.07.1968 Dr. Pöhlitz 05.10.1968 - 1991 Dr. Roland Tüngler Flieth 3 priv. ab 1973 Goethestr. 9, ab1991 Praxis Schlossstr. 6 1969 - Dr. Karin Jeschke ) Dr. Jochen Jeschke ) Schillerstr. 7 Maik Jeschke ) 1971 ? 2002 FA Gisela Schmidt Schillerstr. 4 ab 1991 Praxis K.-Kollwitz-Str. 162001 - 1973 ? 2002 Dr. Hildegard Edlich Internistin Poliklinik, Betriebsarzt CWC ab 1990 Praxis Breitscheidstr. März 1978 - Dr. Gerhard Wojna Kinderarzt Spiellücke 1978 - Dr. Sabine Wojna Poliklinik - Spiellücke 2001 - FA Michael Wojna 1979 - Barbara Kutzke Gynäkologin Poliklinik ab 1991 Luisenstr. 22 1982 - DM Gesine Schilling anfangs Krankenhaus Nebengebäude, Beethovenring 17 ab 2003 Stadthufen priv. Kuhbrückenbreite 25 1991 - DM Maren Schumann Beethovenring 17 ab 2003 Stadthufen priv. Hohe Mühle 10 1991 ? Nov. 1995 Hillebrandt Am Flieth 3
Zurück